„Mille Miglia“ die berühmteste Oldtimerrallye durch Italien

von Annett Franz - 12 Jahre sind seit unserer letzten Reise zur „Mille“ vergangen. Diesmal wollen mein Mann und ich mit unserem 20 Jahre alten Audi 80 Cabrio nach Italien.  Die „Millia Miglia“ ist für uns das spektakulärste Oldtimerrennen. Sie führt 1000 Meilen von Brescia nach Rom und wieder zurück in die Lombardei. Von 1927 bis 1957 donnerten beim seinerzeit schwersten Autorennen der Welt, tollkühne Rennfahrer mit Höchstgeschwindigkeit über öffentliche Straßen. Die Helden waren damals Stirling Moss, Tazio Nuvolari, Huschke von Hanstein oder Gianni Marzotto. Die Neuauflage ist seit 1977 eine Touristenfahrt – und zwar eine besonders rasante. Im strammen Tempo geht es für die finanzstarken Piloten quer durchs Land. Zugelassen sind nur Fahrzeugtypen, die zwischen 1927 und 1957 an einer der 24 Ausgaben der Mille Miglia teilgenommen haben.

1. Tag: Anreise

Wir nehmen uns Zeit und starten gemütlich nach dem Frühstück. Leider regnet es und das Cabriodach muss geschlossen bleiben. In Österreich dann der erste Sonnenstrahl und auf dem  Brennerpass ist es schon richtig warm. In Trento nehmen wir die Ausfahrt, öffnen das Verdeck und fahren weiter auf der landschaftlich schönen Strecke durch den Trentino. Entlang der Westküste vom Lago di Gardo, weiter zum Lago di Iseo. Unser gebuchtes Hotel „Albergo Miralago“ Bossico liegt oben in den Bergen mit tollem Blick auf den Iseosee. Dort angekommen, werden wir bereits von unsere Freunden Ute & Daniel erwartet und nach einem kleinen „Willkommenstrunk“ laufen wir durch das verschlafene Dörfchen und finden eine gemütliche Pizzeria.

2. Tag: Ledrosee–Gardasee – Iseosee

Super geschlafen, super gefrühstückt. Heute ist noch „Freizeit“ der offizielle Beginn der Mille Miglia ist erst morgen in Brescia. Also starten wir bei schönstem Sonnenschein unsere Cabrios und erkunden die Gegend. Hier ein lecker Espresso bzw. Aperol-Sprizz, dort eine riesengroße Pizza – Italien ist so wunderbar! Wir genießen den Wind in den Haaren als wir die „Tornanten“ zwischen Gardasee und Ledrosee fahren. Zusammen mit vielen Motorrad- und Sportwagenfahrern geht es ziemlich rasant um die Kurven. Noch einmal im schicken Cafe am Gardasee sitzen, bevor der Abend ausklingt. Dolce Vita eben!

3. Tag: Brescia – 1. Tag der Mille Miglia – San Marino

Der Himmel ist dunkelgrau und es regnet in Strömen. Oje… Auf geht´s ins Stadtzentrum von Brescia. Die Parksituation rund um die Fahrzeugabnahme ist erwartungsgemäß katastrophal. Mittlerweile nutzen viele Autohersteller die Mille Miglia zur Präsentation der eigenen Rennsportgeschichte. So ist allein Mercedes mit mehr als 40 Begleitfahrzeugen vor Ort! Der Regen wird stärker, trotzdem ist die Stimmung in den Straßencafes unter den „Sonnen“ Schirmen toll. Jedes Fahrzeug wird bejubelt und ganz ehrlich – bei diesem Wetter in einem offenen, englischen Roadster knapp über der Fahrbahn – da möchte ich jetzt nicht sitzen. Nach der Abnahme geht die 1. Rennetappe heute nach Rimini. Wir verlassen Brescia und fahren die reichlich 300 km nach San Marino, wo wir auf einem schönen Campingplatz einen Bungalow gemietet haben. Also schnell eingekauft und gemeinsam ein leckeres Abendessen gezaubert. Bei Spaghetti und Rotwein lassen wir den Abend lustig ausklingen. Leider regnet es noch immer in Strömen…

4. Tag: San Marino Altstadt – 2. Tag der Mille Miglia – Florenz

Mit der Seilbahn geht’s hoch auf die Burg. Es ist 8.00 Uhr, bitterkalt, aber kein Regen mehr! Dafür ist der Nebel so dicht, dass man nicht ins Tal schauen kann. Und wieder sind die Fahrer und Navigatoren nicht zu beneiden, die gerade aus Rimini kommen. Doch die Stimmung ist prächtig. Wir stehen in einer der engen Gassen und die seltenen Boliden fahren uns fasst über die Füße. Das Motorgedröhne der Achtzylinder, der Geruch von altem Öl und die Lichtkegel im Nebel – wir sind mit allen Sinnen dabei und total begeistert. Während die Rallye heute noch nach Rom fährt, machen wir uns gegen 13 Uhr uns auf den langen Weg nach Florenz. Wir wählen die landschaftlich reizvollste Route: von der Emilia Romagna in Richtung Toskana – über kleine Landstrassen und verträumte Dörfer, weiter durch den „Parque de Nazionale de Foresta“. Ich bin begeistert  wie abwechslungsreich die Landschaft ist; wunderschöne Häuser, sanfte Täler, fruchtbare Felder und tiefster Wald wechseln sich ab. Mittlerweile ist es wieder richtig warm und wir fahren mit offenem Verdeck. So hab ich mit Italien vorgestellt… In Florenz angekommen checken wir auf dem Campingplatz „Panoramico Fiesole“ ein und beziehen eine einfache, aber gemütliche Holzhütte. Der Blick vom Pool auf die Stadt ist einfach gigantisch! Wir machen uns schick, schließlich ist Freitag Abend und wir wollen ausgehen. Wir bummeln durch die traumhafte Altstadt, essen eine Riesenpizza und flanieren  – wie die vielen anderen Touristen und Einheimischen an diesem lauen Sommerabend. Es ist schon spät, als wir uns ein Taxi zurück nehmen. Ein toller Tag!!!

5. Tag: Florenz – Futapass  - 3. Tag der Rallye – Gardasee

Das Frühstück ist spärlich im Restaurant des Campingplatzes und völlig überteuert. Wir gehen heute Vormittag noch mal in die Altstadt. Schließlich wollen wir unserer Tochter ein kleines Geschenk mitbringen. Mit unseren Freunden verabreden wir uns am Futapass. Diese kurvenreiche Straße gehört bereits seit der ersten Austragung im Jahr 1927 zur Strecke des legendären Autorennens und die S 65 verbindet die Städte Florenz und Bologna. Im legendären „Ristorante Passo della Futa“ ergattern wir ein paar Stühle. Unsere Cabrios parken am Straßenrand, es ist kaum noch Platz. Überall stehen Menschen, dazwischen parken Autos und Motorräder.  Auf der Strecke fahren schnelle und teure Autos hin und her: Porsche, Ferrari, Maserati etc. genießen den Applaus und die Volksfeststimmung und endlich: zwischen all den Enthusiasten und Autoverrückten nun der erste Oldtimer. Es ist wirklich toll!!!

Aber auch die schönste Party geht mal zu Ende und wir verabschieden uns von der Mille Miglia. Die letzte Etappe von Parma nach Brescia werden wir nicht mitverfolgen. Auf geht’s Richtung Bologna – schließlich wollen wir heute noch an den Gardasee. Die Fahrt über die S65 ist ziemlich rasant, zwischen Porsche, Mercedes und Bentley kämpft mein alter Audi mit. Zum Glück bin ich vom Sekt entspannt, sonst hätte ich bestimmt das Bodenblech im Beifahrerfußraum durchgetreten! Abends kommen wir in Torbole an, ich bin todmüde...

6. Tag: Heimreise Torbole – Jahnsdorf

Nachdem wir und beim Frühstück im Hotel „Ideal“ gestärkt haben, geht’s nach Hause. Das Wetter ist toll und fahren wir die knapp 760 km mit offenen Verdeck. Eine sehr erlebnisreiche, aber anstrengende Reise geht zu Ende. Mir tut der Hintern weh und ich will nicht mehr sitzen. War das jetzt Urlaub? Auf jeden Fall ein tolles Erlebnis in einen traumhaft schönen Land, aber bin ich erholt? Glaube nicht... Schließlich sind wir in den letzten 6 Tagen fasst 2.800 km gefahren. Aber mein Audi schnurrt und ich bin sehr glücklich, dass er so gut durchgehalten hat. Schließlich soll er ja mit mir alt werden! Und – wer will sich im Urlaub schon ausruhen? Schließlich steht das Erlebnis im Vordergrund! Denn vom "Ausruhen" gibts nicht viel zu erzählen...

Urlaub so individuell wie Du … wir erfüllen Deine Reiswünsche!

Name
Straße / Nr.
PLZ / Ort
Telefonnummer
E-Mail-Adresse
Nachricht
Olbernhauer Straße 22
09125 Chemnitz
Fax 0371 / 51 96 47
Unsere Mitgliedschaften
Geprüftes Mitglied im Reisefachhandel Deutschland
rtk - mein Reisebüro

Erfahrungen & Bewertungen zu Reisebüro Altchemnitz